Märchenabend für Erwachsene

Märchenabend für Erwachsene

Norwegische Märchen standen im Mittelpunkt des Märchenabends für Erwachsene, den das Familienzentrum Wewer NRW in Kooperation mit dem Heimatbund Wewer veranstaltete. Märchen spannend wie einen Thriller vorzutragen ist die Stärke von Marianne Vier aus Bad Lippspringe. Dass es in Norwegen Trolle gibt, weiß wohl jeder. Die Zuhörer im gefüllten Heimatbundhaus erstaunten, dass es die griesgrämigen Bergtrolle, die etwas gelasseneren Waldtrolle, außerdem Nöcks, die sich in Teichen im Wald aufhalten, und äußerst gefährliche Drauks im Meer gibt. Das norwegische Pendant zu unserem bekannten Aschenputtel ist der Aschenhans. Während seine Brüder beim Holzmachen im Wald vor einem riesigen Waldtroll fliehen, kommt die Stunde des Aschenhans, der jüngste der drei Brüder. Gekonnt überlistet er den Waldtroll.
Sein Glauben bewahrt den Fischer in seinem Boot auf dem Meer vor dem heftigen Sturm und dem noch heftigeren Angriff des Drauks.
Nun weiß auch jeder Zuhörer, wie der Bär zu seinem Stummelschwanz gekommen ist. Daran ist der listige Fuchs schuld. Aber der Hahn ist auf der Hut: Er übertölpelt den Fuchs, der seine sicher geglaubte Beute nicht bekommt. Zum Abschluss bekam der Königssohn Lini seine geliebte Sini, die ihn befreien konnte.
Mit einer eindrucksvollen Mimik und Gestik, durch Variation der Lautstärke und Tonlage schuf Frau Vier bei gedimmten Licht ein Gänsehaut-Feeling. Und die überwiegend weiblichen Zuhörer seufzten erleichtert beim Happy-End auf. Allerdings nicht für die Trolle, denn deren Ende war weitgehend tragisch.
Der siebte war zwar der letzte von Frau Hensel, Leiterin des Familienzentrums, organisierte Märchenabend, da ihr Ruhestand ansteht, aber der Vorsitzende des Heimatbundes, Volker Odenbach, beteuerte, im nächsten Jahr wird die achte Auflage folgen.

bernhard.karau@t-online.de

Frau Vier erzählt die Märchen mit unterstützender Mimik und Gestik.