119. Zwetschenkirmes

Mo., 16.09.2019 Urheber: WESTFALEN-BLATT    http://www.westfalen-blatt.de

 Heimatbund Wewer feiert bei Zwetschenkirmes 50-jähriges Bestehen

Die »Vernunftehe« hält

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Der Vorstand des Heimatbundes mit (von links) Kassenwart Jürgen Vogel, zweitem Vorsitzenden Manfred Rochell und Vorsitzendem Volker Odenbach besuchen mit Bürgermeister Michael Dreier (Vierter von links) den Dörrofen, an dem Herbert und Dorothea Möhring Pflaumen in den verschiedensten Formen anbieten: als Obst, gedörrt oder auch in der flüssigen Variante. Foto: Meike Oblau

Von Meike Oblau

Wewer (WB). »Vor 50 Jahren war es vielleicht nur eine Vernunftehe, aber es ist toll, jetzt zur Goldhochzeit zu sehen, dass die Ehe doch gut verlaufen ist.« Zur 119. Zwetschenkirmes erinnerte Paderborns Bürgermeister Michael Dreier an 1969: Im Gründungsjahr des Heimatbundes wurde Wewer in Paderborn eingemeindet.

Diese Eingemeindung war seinerzeit auch Anlass für die Vereinsgründung: Man wollte die Identität Wewers erhalten. Nicht jeder war damals von den Plänen der Eingemeindung begeistert. Michael Dreier zitierte aus dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT vom 18. November 1968: »Die Gemeinde ist nicht bereit, gleich ins Brautbett zu steigen, es müsste eine Mitgift rausgeholt werden.« Am 9. Februar 1969 stimmten dann gut drei Viertel der teilnehmenden Weweraner bei einer Volksabstimmung für die Eingemeindung und die Stadt Paderborn verpflichtete sich im so genannten Gebietsänderungsvertrag, Wewer weiterhin so zu fördern, dass die Weiterentwicklung des Ortsteils gesichert ist.

Im Schnitt werden pro Jahr mehr als 70 Kinder geboren

Zum 50-jährigen Bestehen des Heimatbundes bilanzierte Michael Dreier, Wewer habe sich seither hervorragend entwickelt. Die Einwohnerzahl habe sich seit der Eingemeindung mehr als verdoppelt, aktuell leben 7252 Menschen hier, im Schnitt werden pro Jahr mehr als 70 Kinder geboren. Dreier erinnerte an Investitionen in Neubaugebiete, die Sportanlage, das Bürgerhaus sowie Schulen und Kitas und ging auf die aktuell laufende Sanierung der Ortsdurchfahrt am Alten Hellweg ein: »Mir ist bewusst, dass diese Maßnahme vor Ort zu Einschränkungen führt, aber sie wird für Generationen von Weweranern notwendige Verbesserungen bringen.«

Als Geschenk zur »Goldhochzeit« spendierte Michael Dreier im Namen der Stadt Essensgutscheine für die Besucher des Zwetschenfestes, die sich anschließend zum Beispiel die berühmte Linsensuppe mit Backpflaumen munden ließen. Am Morgen hatte es bereits einen ökumenischen Gottesdienst mit Pfarrer Wolfgang Brinkmann und Pfarrerin Sabine Sarpe gegeben.

Am Nachmittag bot das Programm rund um das Heimatbundhaus auf der Bleiche ein vielfältiges Programm: Egal ob bei einem Einsatz als »Feuerwehrmann«, auf der Hüpfburg oder beim Bogenschießen, gerade Kinder und Jugendliche konnten viel ausprobieren.

Natürlich gab es vor Ort auch die druckfrische Jubiläumschronik zu kaufen, die von Ortsheimatpfleger Ferdinand Reike, Ortchronist Franz Kühn sowie Antonia Schonlau und Marianne Rochell zusammengestellt wurde und auf 170 Seiten die Geschichte Wewers von 1900 bis 2018 erzählt.

 

 

Hier noch einige Impressionen vom munteren Treiben auf dem Festgelände: