Wanderfahrt 2022

Von kalten Winden keine Spur

 

Den Westerwald erkundete im Frühsommer eine Wandergruppe des Heimatbundes Wewer, wobei zunächst einmal ein hartnäckiges Vorurteil ausgeräumt werden konnte: dass  über die Höhen des rechtsrheinischen Mittelgebirges ein kalter Wind pfeife. Anders als in dem altbekannten Volkslied besungen, durfte sich die 22-köpfige Fußtruppe bei ihrer Vier-Tages-Wanderung vom 23. bis 26. Juni über viel Sonnenschein und teilweise schwül-warmes Wetter freuen.

Ausgangspunkt der Erkundungszüge über die bis zu 360 Meter hohen Berge war das Hotel „Zur Post“ in dem beschaulichen 1900-Seelen-Dorf Waldbreitbach im hübschen Wiedtal. Von hier aus ging es unter Leitung der sachkundig-sympathischen Wanderführerin Hildegard Ambros an zwei Tagen über jeweils rund 13 Kilometer und bis zu 500 Höhenmetern zum Aussichtspunkt „Bärenkopp“ sowie auf den Malberg mit herrlichem Blick auf die waldreiche Region im Nordosten des Bundeslandes Rheinland-Pfalz – unerwartete Herausforderungen inbegriffen. So wurde auch die Wanderführerin davon überrascht, dass die gewählte Wanderroute über Nacht von einem umgestürzten, massiven Laubbaum blockiert war und die Gruppe die unpassierbar gewordene Stelle zum Glück ohne Blessuren über einen steilen Hang umklettern musste. Trotz der vom Wetterbericht angekündigten Niederschläge konnte der Regenschutz an den vier Tagen weitgehend im Rucksack verbleiben. Bis auf zwei, drei kurze Schauer blieb es trocken.

Für den Tag der Anreise sowie die Rückfahrt hatten die beiden Wanderführer des Heimatbundes, Ursula Plewnia und Wolfgang Hesse, zwei lohnende Zwischenziele ausgewählt. So ging es am ersten Tag zunächst zum Drachenfels bei Königswinter. Für den „Aufstieg“ hatte man die Zahnradbahn gewählt. Hinunter schaffte man es dann aber per Pedes in einem großen Bogen zurück an den Rhein. Am letzten Tag wurde mit den sechs Privat-Pkw dann die Müngstener Brücke bei Solingen angesteuert, ein 125 Jahre altes technisches Baudenkmal, das mit 105 Metern über der Wupper als höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands gilt. Der als „Spaziergang“ angekündigte Rundkurs entlang des sich durch zerklüftete Berghänge windenden Flusses entpuppte sich dann doch als unerwartet anspruchsvolle Kletterei. Die anschließend mit einem Schnitzelbrötchen belohnten Wanderfreunde – in der Mehrzahl übrigens weiblich – konnten dann wohlbehalten und um viele schöne Eindrücke reicher die Heimfahrt antreten.

Die Teilnehmer der Mehrtage-Wanderfahrt des Heimatbundes Wewer auf dem „Bärenkopp“